Valide Daten sind Planungsgrundlage
für eine sichere Freischaltung

R&Is sind digital vorhanden und interaktiv nutzbar.
Die Parameter für eine erfolgreiche Freischaltung sind zentral gespeichert.
Eine Planung erfolgt mit vertretbarem Aufwand.

Wir sichern Planbarkeit und Handlungsfähigkeit von Freischaltungen systematisch in vier Schritten:

1.

Aktualisierung der R&I Fließbilder

als Basis für schnelle und richtige Entscheidungen sowie für die Möglichkeit der Freischaltungsplanung

2.

Entkopplung der Freischaltungsplanung von personenbezogenem Wissen

für mehr Sicherheit bei Wartung und Instandhaltung

3.

Systematische Dokumentation der Erfahrung langjähriger Mitarbeiter

als schnellster Weg zur handlungssicheren, effizienten und fehlerfreien Freischaltungsplanung

4.

Replizierbarkeit erfolgreich umgesetzter Freischaltmaßnahmen auf Knopfdruck.

Die Umsetzung dieser in engem Zusammenhang stehenden Ziele, die alle Teil des Gesetzeskonformen

Die Umsetzung dieser in engem Zusammenhang stehenden Ziele, die alle Teil des Gesetzeskonformen Organisationsmanagements sind, erfolgt am sinnvollsten digital und in einem zentralen System – in AVIS®.

Auf einem Blick ist visuell und somit handlungssicher ersichtlich, welche Arbeitsschritte für die Freischaltung erforderlich sind.

Aktuelle R&Is sind Planungsgrundlage für eine sichere Freischaltung

Wir führen die AS-BUILT Aufnahme durch und liefern Ihnen valide, digitale und interaktiv nutzbare R&Is.

Denken – prüfen – handeln – auf Knopfdruck replizieren

AVIS® ist die zentrale Plattform für alle Freischalt-/Zuschaltpläne und Zusatzdokumente

  • Effiziente Unterstützung bei der Durchführung von Freischaltmaßnahmen
  • Übersichtliche Ablage aller Freischaltpläne strukturiert nach Arbeitsorten inklusive aller Freischaltaktionen
  • Schnelle Übersicht über aktuellen Freischaltzustand
  • Zielgerichtete Konfliktprüfung bei mehreren Freischalt- bzw. Arbeitsorten
  • Nachhaltige Steigerung der Arbeits- und Betriebssicherheit, z. B. durch „Trockenübung“ und Wiederverwendung

Digitale Trockenübung –
der schnellste Weg zur sicheren Freischaltung

Anstelle papiergestützter Freischalt- und Zuschaltdokumente sowie verschiedenster digitaler Listen bietet das AVIS®-Modul „Freischaltung“ eine zentrale Plattform zur Hinterlegung von Freischaltplänen. Es ist eine effiziente Unterstützung zur Durchführung konkreter Freischaltmaßnahmen wie z.B. die Visualisierung der Armaturstellungen im R&I.

Im intelligenten, interaktiv nutzbaren R&I wird die Freischaltung digital geplant.

Farbliche Markierungen ermöglichen eine einfache visuelle Kontrolle.

Änderungen werden per Klick erledigt.

Diese Funktionen erhöhen Ihre Planungssicherheit:

  • Anlegen und Verwalten im R&I
  • Festlegung der Maßnahme für jedes Aggregat
  • Visualisierung im R&I
  • Farbliche Markierungen je Arbeitsschritt
  • Import von bestehender Planung
  • Konfliktprüfung bei mehreren Freischalt- bzw. Arbeitsorten
  • Kopplung mit Freischaltungsplanung
  • Verwendung für z.B. Revision, Arbeitsanweisungen etc.

Die digitale Freischaltungsplanung erleichtert auch die Durchführung komplexerer Freischaltvorgänge. Sie erhöht nachhaltig die Arbeits- sowie Betriebssicherheit.

Steigerung der
Prozesssicherheit

Die zeit- und personenunabhängige Bereitstellung aller für den Betrieb relevanten Informationen ist Grundlage des effizienten Betriebes und auch der Gesetzeskonformität. Das Vorhandensein dieser Informationen ist für eine Vielzahl von Schritten bei der Freischaltung unumgänglich.

Erst wenn die Freischaltungsplanung auf dem AS-BUILT Stand fußt und unabhängig von implizitem Wissen ist, wurde das technisch Mögliche und wirtschaftlich Zumutbare getan – was der Gesetzgeber fordert.

Die Freischaltungsplanung dient dazu, die mit höchster Priorität zu gewährleistende Sicherheit der Mitarbeiter sicherzustellen und potenzielle Gefahren während Wartungs- und Reparaturarbeiten zu minimieren.

Zusammenfassung

AVIS® ist die Plattform, in der der Digitale Informationszwilling einer KRITIS Anlage webbasiert und nach KKS/AKZ/RDS-PP strukturiert bereitgestellt wird. Werden er und insbesondere die R&I-Fließbilder gepflegt, liefert er die optimale, valide Datengrundlage für jegliche Arbeiten an der Anlage und minimiert darüber hinaus das Haftungsrisiko. Für das Freischaltwesen ist der Digitale Informationszwilling die systematische, digitale Sicherung von implizitem Anlagenwissen. Auf diese Weise liefert er die moderne, immer erreichbare Planungs-, Arbeits- und Dokumentationsgrundlage und ermöglicht:

 

1. Planungsqualität „next level“

  • Planung auf Basis valider Informationen und aktueller R&Is
  • Interaktion mit dem R&I
  • Digitale Verfügbarkeit von Ersatzteillisten, Arbeitsanweisungen, Instandhaltungsplänen

 

2. Erhöhung der Sicherheit

  • Erst digital planen und prüfen („Trockenübung“), dann umsetzen
  • Verwendung replizierbar

 

3. Dokumentation der Ergebnisse

  • Per Handy oder Tablet die Maßnahme mit Fotos, Text und ggf. aktualisierten Dokumenten im Digitalen Informationszwilling dokumentieren.

FAQ - Antworten auf Ihre Fragen

Unter dem Freischalten einer Anlage versteht man das allpolige Trennen einer elektrischen Anlage oder von Anlagenteilen vom Stromnetz. Dies ist der erste Schritt, um einen spannungsfreien Zustand für die Dauer der Arbeiten herzustellen. Nur so können Mitarbeiter vor der Gefahr durch elektrischen Strom und Medienaustritt geschützt werden.

Neben dem physischen (mechanischem und elektrischem) Trennen der Anlagenteile bedeutet Freischalten heute auch eine präzise digitale Vorbereitung. Mit der Software AVIS wird die Freischaltung direkt im aktuellen R&I-Fließbild geplant. Die Fachkräfte sehen genau, welche Betriebsmittel spannungsfrei bzw. medienfrei geschaltet werden müssen. Diese Art der Vorbereitung reduziert Planungsfehler, da der Überblick und die Zusammenhange in R&I übersichtlich zu sehen und leicht zu verstehen sind. Erfolgreiche Planungen können gespeichert und wiederverwendet werden – sofern die Anlage nicht zwischenzeitlich umgebaut wurde.

Der Digitale Informationszwilling in AVIS verknüpft alle technischen Dokumente (Schaltpläne, Handbücher) mit dem jeweiligen Anlagenteil (über das KKS-Kennzeichen). Für die Mitarbeiter bedeutet das: Ein Klick auf ein Kennzeichen im R&I öffnet sofort alle relevanten Infos für die Freischaltung. Das minimiert das Risiko von Stromunfällen und Medien-Austritt, da keine veralteten Papierpläne mehr verwendet werden.

Die fünf Sicherheitsregeln sind das Fundament der Elektrotechnik. Sie müssen bei allen Tätigkeiten an Betriebsmitteln zwingend in der richtigen Reihenfolge angewendet werden, um Spannungsfreiheit zu garantieren:

  1. Freischalten: Ausschalten über Hauptschalter, Leitungsschutzschalter oder das Ziehen von Sicherungen.

  2. Gegen Wiedereinschalten sichern: Damit keine dritte Person versehentlich den Schalter betätigt (z. B. durch ein Verbotsschild).

  3. Spannungsfreiheit feststellen: Mit einem geeigneten Spannungsprüfer allpolig messen.

  4. Erden und kurzschließen: Verbinden der Leiter mit der Erde, besonders wichtig in Hochspannungsanlagen.

  5. Benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken: Schutz vor versehentlichem Berühren von Teilen in der Nähe der Arbeitsstelle.

Diese Aufgabe obliegt ausschließlich einer Elektrofachkraft. Nur Elektrofachkräfte verfügen über die nötige Ausbildung, um die Anforderungen der relevanten Normen (wie der DIN VDE 0105-100) zu verstehen. In komplexen Bereichen von Kraftwerken arbeiten oft ganze Teams von Elektrofachkräften, um komplexe Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu koordinieren.

Die mechanische Freischaltung bezieht sich auf das sichere Trennen von Anlagenteilen von Medien wie Dampf, Wasser, Gas oder Druckluft. Während man in der Elektrotechnik Schalter betätigt, müssen hier Geräte wie Handarmaturen, Schieber oder Klappen in die Stellung „Zu“ gebracht werden. Ziel ist es, den kraftflussfreien Zustand der Arbeitsstelle zu garantieren, damit die Ausführenden Arbeiten ohne das Risiko eines Medienaustritts durchführen können.

Ähnlich wie bei Hauptschaltern in der Leitung muss auch eine mechanische Armatur gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert werden. Dies geschieht in der Regel durch:

  • Ketten und Schlösser: Diese fixieren das Handrad der Handarmatur.

  • Steckscheiben: Das Einsetzen einer Blindscheibe in die Leitung bietet absoluten Schutz, da sie den Weg physisch blockiert.

  • Verbotsschilder: Ein Schild an der Stelle warnt jede Person davor, die Absperrung zu öffnen.

  • Entleeren und Entlüften: Nach dem Absperren muss der Restdruck kontrolliert abgelassen werden, um echte Gefahr auszuschließen.

In vielen Bereichen von Anlagen der kritischen Infrastrukturen hängen mechanische und elektrische Maßnahmen zusammen. Ein Beispiel: Bevor eine Pumpe mechanisch ausgebaut wird, muss die Elektrofachkraft den Motor am Sicherungskasten oder Hauptverteiler freischalten und gegen Wiedereinschalten sichern. Erst wenn sowohl die elektrische Energie als auch der Mediendruck (mechanisch) sicher getrennt sind, ist die Arbeitssicherheit für die Dauer der Revision gewährleistet. Die Einhaltung der korrekten Reihenfolge ist hierbei überlebenswichtig, um Unfälle zu vermeiden.

Nachdem alle Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden, erfolgt eine formale Bestätigung. Erst wenn der verantwortliche Anlagenverantwortliche die Vorbereitung verifiziert hat, dürfen die eigentlichen Reparaturen beginnen. Nach Abschluss der Arbeiten müssen alle Werkzeuge und Erdungsvorrichtungen wieder entfernt werden, bevor die Anlage in umgekehrter Reihenfolge wieder zugeschaltet wird.

Digitale Informationszwillinge im Einsatz

Projekt-Referenzen