Kraftwerkstechnisches Kolloquium, Dresden, 6.-7.10.2026

September 27, 2026
GABO IDM als Aussteller und Vortragsredner (Hans Preuss) auf dem Kraftwerkstechnischen Kolloquium 2026

Rückblick KWTK-Kolloquium 2026: Resilienz braucht verlässliche Informationen
Das KWTK-Kolloquium 2026 bot erneut eine wertvolle Plattform für den fachlichen Austausch zu aktuellen Herausforderungen in der Energie- und Kraftwerksbranche. In zahlreichen Gesprächen und Vorträgen wurde deutlich, dass die Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen weiter steigen. Neben Versorgungssicherheit und Anlagensicherheit rückt vor allem die tatsächliche Handlungsfähigkeit im Krisenfall zunehmend in den Fokus.

Ein wiederkehrendes Thema war dabei die Frage, wie schnell und fundiert Entscheidungen getroffen werden können, wenn Störungen, Ausfälle oder Cybervorfälle komplexe technische Zusammenhänge sichtbar machen. Denn selbst die besten Wiederanlaufkonzepte stoßen an ihre Grenzen, wenn relevante Informationen nur unvollständig, verteilt oder nicht aktuell verfügbar sind.

In seinem Vortrag „Reale Handlungsfähigkeit im Krisenfall: Der Digitale Informationszwilling als Basis für Resilienz“ zeigte unser Geschäftsführer Hans Karl Preuß, welche Rolle eine konsolidierte und objektbezogene Informationsbasis für die Beherrschung komplexer Anlagenstrukturen spielt. Im Mittelpunkt stand dabei der Digitale Informationszwilling als zentrales Führungs- und Asset-Management-Instrument, das technische Assets, Dokumentationen und Funktionszusammenhänge zusammenführt und transparent macht.

Besonders im Hinblick auf die steigenden Anforderungen an Resilienz und Nachweisbarkeit wurde deutlich, dass die Qualität und Verfügbarkeit von Informationen zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für sichere und wirtschaftliche Anlagenbetriebsführung wird.

Das Video des Vortrags folgt. 



Kurzfassung des Vortrags von Hans Karl Preuss

Die entscheidende Frage im Ernstfall lautet: Sind die Wiederherstellungszeiten ein realistisches Versprechen oder scheitern sie an einer lückenhaften Dokumentation der letzten Jahre? Mit dem KRITIS-Dachgesetz wandelt sich der Anspruch an Betreiber – weg von formalen Nachweisen, hin zur echten, jederzeit prüfbaren Resilienz. Hier setzt der Digitale Informationszwilling an. Er dient als systematisches Führungsinstrument, das komplexe Strukturen transparent macht und eine fundierte Entscheidungsgrundlage unter Zeitdruck garantiert.

Derzeitige Realität: Daten liegen häufig redundant, inkonsistent oder in proprietären Silos vor, was im Störfall die mittlere Wiederherstellungszeit (
MTTR) massiv erhöht. Wer Kaskadeneffekte beherrschen will, darf nicht lange nach Informationen suchen, diese müssen immer präsent sein. Hier setzt der Digitale Informationszwilling als zentrales Asset-Management-Instrument an. Er fungiert als Visualisierung des Single Source of Truth-Modells, das technische Objekte und logische Funktionszusammenhänge über den gesamten Lebenszyklus hinweg synchronisiert. Erst diese Transparenz schafft die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit, um aus einer gesetzlichen Verpflichtung einen echten Benchmark für die Verfügbarkeit und Sicherheit von Kraftwerksanlagen zu machen.

§  Beherrschung von Kaskadeneffekten: Durch die sektorübergreifende Vernetzung von Daten, Dokumenten und Informationen werden Ursache-Wirkungs-Ketten transparent. Betreiber können so die Fortpflanzung von Ausfällen aufgrund der umfassenden, validen Datenbasis überblicken und aktiv begrenzen.

§  Rechtssicherheit durch Datenqualität: Da der Informationszwilling als konsolidierte Wissensbasis dient, sichert er die unmittelbare Haftungsrelevanz ab. Entscheidungen basieren auf validen, nachvollziehbaren Daten, was die Position der Betreiber bei Audits und im Haftungsfall stärkt.

§  Wirtschaftlichkeit und Sicherheit: Resilienz wird durch den digitalen Informationszwilling kein nachträglicher, zusätzlicher Kostenfaktor, sondern integraler Bestandteil der technischen Betriebsführung. Durch klare Datenstrukturen (z. B. nach DCC-Klassen und KKS-Kennzeichnung) und rollenbasierten Zugriffskonzepten sowie georedundantem ISO27001-konformem Hosting in Deutschland wird zudem die Sensibilität der Daten geschützt, während gleichzeitig die physische und organisatorische Sicherheit steigt.

 

Der Vortrag findet statt am 7.10 um 11:00 in Saal 4.