Fachwissen · Technische Dokumentation
DCC: Bedeutung, Aufbau und aktuelle Einordnung
Wie der Document Kind Classification Code technische Informationen klassifiziert, wie er sich von KKS und Dokumentennummern unterscheidet und was der ICC verändert.
DCC
Der DCC stammt aus der Norm IEC 61355-1 und wird in der technischen Dokumentation vieler Industrie- und Energieanlagen eingesetzt.
DCC steht für Document Kind Classification Code. Der Code klassifiziert technische Dokumente entsprechend ihres Informationsinhalts. Er beantwortet die Frage:
Welche Art von Information enthält dieses Dokument?
Für diese Informationen werden zusätzliche Kennzeichnungen und Metadaten verwendet.
Der DCC klassifiziert die Art der enthaltenen Information. Typische Dokumentarten sind beispielsweise:
Dadurch können Dokumente unterschiedlicher Lieferanten, Gewerke oder Systeme nach einer gemeinsamen Struktur katalogisiert werden.
Gerade bei großen Dokumentationsbeständen unterstützt dies eine einheitliche Organisation technischer Informationen.
Ein häufiger Irrtum besteht darin, DCC, KKS oder Dokumentennummern gleichzusetzen.
In einer strukturierten technischen Dokumentation ergänzen sich diese Informationen:
In der klassischen Systematik nach IEC 61355-1:2008 besteht der DCC aus zwei oder drei Kennbuchstaben:
In der Energiebranche spielt der DCC seit vielen Jahren eine wichtige Rolle.Besonders relevant ist hierbei der Branchenstandard:
VGB-S-832-00-2021-05-DE-EN – Dokumentenkennzeichen für Anlagen der Energieversorgung
Der DCC beschreibt lediglich die Art einer Information. Eine Dokumentenbedarfsmatrix beantwortet dagegen eine andere Frage:
Welche Dokumente werden für ein bestimmtes Objekt oder System benötigt?
Die am 6. Dezember 2024 veröffentlichte IEC 81355-1:2024 ersetzt die IEC 61355-1:2008. Innerhalb der neuen Norm tritt der ICC (Information Kind Classification Code) an die Stelle des DCC. Damit wird der Ansatz von der Klassifikation von Dokumentarten auf die Klassifikation von Informationen und Informationscontainern weiterentwickelt.
Der Schwerpunkt verschiebt sich von der Klassifikation von Dokumentarten hin zur Klassifikation von Informationen beziehungsweise Informationscontainern.
Auf Ebene der internationalen Norm ersetzt die IEC 81355-1:2024 den bisherigen DCC durch den ICC. Davon zu unterscheiden ist die Anwendung in bestehenden Anlagen und im Branchenregelwerk.
Für Energieversorgungsanlagen beschreibt die VGB-S-832-00-2021-05-DE-EN weiterhin die Dokumentenkennzeichnung mit DCC. Im Positionspapier vom Mai 2026 erläutert vgbe, dass die Übernahme des ICC noch bewertet wird. Betrachtet werden die Beibehaltung der VGB-S-832, ihre Überarbeitung sowie ein zusätzlicher Standard für ICC.
Für ein konkretes Projekt sind deshalb die vereinbarten Regelwerke und Dokumentationsanforderungen maßgeblich. Aus der Veröffentlichung der neuen IEC-Norm allein lässt sich keine pauschale Verpflichtung zur sofortigen Umstellung bestehender Dokumentationsbestände ableiten.