Fachwissen · Anlagenkennzeichnung

KKS verstehen:
vom Block bis zum Betriebsmittel

Eine visuelle Einführung in den Aufbau einer verfahrenstechnische bezogenen KKS-Kennzeichnung am durchgängigen Beispiel 1 LAC02 CT002 QT12.

Leselogik: Von links nach rechts wird die technische Adresse immer konkreter.

Beispiel:

1

LAC02

CT002

QT12

Autor: Hans Karl Preus, GABO IDM Stand: September 2026

Ebene 0

1

Ebene 1

LAC02

Ebene 2

CT002

Ebene 3

QT12

SCHNELLÜBERBLICK

Die vier Ebenen auf einen Blick

Die verfahrenstechnische KKS-Kennzeichnung ist hierarchisch aufgebaut: Von links nach rechts wird der Anlagenbezug genauer. Je nach gekennzeichnetem Objekt werden bis zu vier Gliederungsstufen verwendet.

Ebene 0

1

Gesamtanlage

Zu welchem Block gehört das Objekt?

Ebene 1

LAC02

System

Welches funktionale System ist gemeint?

Ebene 2

CT002

Aggregat-Kennzeichen

Kennzeichnet beispielsweise ein Pumpenaggregat oder einen Messkreis innerhalb des Systems. Die englische Bezeichnung lautet „Equipment Unit Code“.

Ebene 3

QT12

Betriebsmittel

Welches konkrete Betriebsmittel ist gemeint?

Das Beispiel zeigt eine vereinfachte verfahrenstechnische Kennzeichnung. Die Datenstelle F0 vor dem Funktionsschlüssel und die zusätzliche Datenstelle A3 nach der Aggregatzählung sind hier nicht belegt. Die führende „1“ gehört zur Gesamtanlagenkennzeichnung G.

DAS PRINZIP

Eine hierarchische technische Adresse

Eine KKS-Kennzeichnung ist kein frei zusammengesetzter Code. Sie ordnet Gesamtanlage, System, Equipment Unit und Betriebsmittel so, dass technisches Objekt und funktionaler Zusammenhang erkennbar werden.

LAC02

L

Dampf-, Wasser- und Gaskreisläufe
Funktionale Hauptgruppe

LA

Speisewassersystem
Funktionale Gruppe

LAC

Speisewasser-Pumpenanlage
Funktionale Untergruppe

02

Systemzählung
Unterscheidet den bezeichneten Systemabschnitt nach den Projektfestlegungen.

SCHRITT FÜR SCHRITT

Die vier Ebenen der verfahrenstechnischen Kennzeichnung

Jede Stufe beantwortet eine eigene Frage. Zusammen ergeben sie eine eindeutige Zuordnung.

0

Gesamtanlage

1

Die führende 1 steht im Beispiel für Block 1. Diese Ebene wird als Datenstelle G bezeichnet. G ist nicht dasselbe wie F0.

1

Funktionales System

LAC02

Speisewasser-Pumpenanlage mit der Systemzählung 02.

2

Aggregat-Kennzeichen

CT002

Direkter Temperaturmesskreis mit der Aggregatzählung 002.

3

Konkretes Betriebsmittel

QT12

Schutzrohr beziehungsweise Tauchhülse als Messwertgeberschutz mit der Betriebsmittelzählung 12.

Häufige Verwechslung

Die Gliederungsstufen 0 bis 3 sind nicht dasselbe wie F1, F2 und F3. F1, F2 und F3 bezeichnen Datenstellen innerhalb der funktionalen Kennzeichnung und keine zusätzlichen Hierarchieebenen. Das F wird nicht in den fertigen Code geschrieben.

MERKREGEL

Klassifizieren und zählen sind zwei Aufgaben

Kennbuchstaben klassifizieren

Welche Funktion oder Objektart ist gemeint?

LAC

CT

QT

Zahlen identifizieren

Welche konkrete Einheit dieser Klasse ist gemeint?

02

002

12

In diesem Beispiel klassifizieren die Kennbuchstaben LAC, CT und QT. Die Zählnummern 02, 002 und 12 unterscheiden die zugehörigen Einheiten. Ihre Vergabe richtet sich nach den Projektfestlegungen.

VOLLSTÄNDIGES BEISPIEL

So liest sich die technische Adresse

Der Code und seine Bedeutung laufen Ebene für Ebene parallel.

Block 1 / Gesamtanlage

1

Zweite Speisewasser-Pumpenanlage

LAC02

Zweite direkte Temperaturmessung

CT002

Zwölftes Schutzrohr / zwölfte Tauchhülse

QT12

IN EINEM SATZ

„Schutzrohr beziehungsweise Tauchhülse mit der Zählnummer 12, zugeordnet zum direkten Temperaturmesskreis 002 im Systemabschnitt LAC02 von Block 1.“

WICHTIGE EINORDNUNG

Ebene 2 ist nicht immer „die Pumpe“

Innerhalb eines Systems können unterschiedliche Einheiten gekennzeichnet werden. Das Beispiel stellt einem Pumpenaggregat mit dem Kennzeichen AP001 einen direkten Temperaturmesskreis mit dem Kennzeichen CT002 gegenüber. Beide gehören zur Gliederungsstufe 2. Die zugehörigen Betriebsmittel werden in Gliederungsstufe 3 weiter unterschieden.

Speisewasser-Pumpenanlage
LAC02

Pumpenaggregat
AP001

Messung

CT002

Pumpe

KP01

Motor

-M01

DREI PERSPEKTIVEN

Die Kennzeichnungs­arten des KKS

Bis hierhin wurde die verfahrenstechnische Kennzeichnung betrachtet. KKS unterscheidet darüber hinaus Einbauort und Aufstellungsort.

Verfahrenstechnische Kennzeichnung

Welche Aufgabe erfüllt das Anlagenteil oder Gerät innerhalb der Anlage?

Einbauort-Kennzeichnung

Wo ist das elektro- oder leittechnische Gerät eingebaut, beispielsweise in einem Schrank, einer Tafel oder einem Pult?

Aufstellungsort-Kennzeichnung

Welcher räumliche Bereich ist gemeint, beispielsweise ein Bauwerk, Flur oder Raum?

FAZIT

Hierarchie + Klassifizierung + Identifikation

1

LAC02

CT002

QT12

Die Stärke des KKS liegt nicht im einzelnen Buchstaben, sondern im Zusammenspiel definierter Datenstellen. So wird aus einer Zeichenfolge eine nachvollziehbare technische Referenz für Planung, Betrieb, Instandhaltung und Dokumentation.

FAQ

Häufige Fragen zum KKS-Aufbau

Was bedeuten die vier Ebenen im KKS?

Bei der verfahrenstechnischen Kennzeichnung reichen sie von Gesamtanlage über System und Equipment Unit bis zum Betriebsmittel.

LAC02 bezeichnet in diesem Beispiel die zweite Speisewasser-Pumpenanlage. L, LA und LAC grenzen die Funktion schrittweise ein, 02 identifiziert die konkrete Einheit.

CT002 bezeichnet die zweite direkte Temperaturmessung: C steht hier für direkte Messung, CT für Temperaturmessung und 002 für die zweite Messung.

QT12 bezeichnet das zwölfte Schutzrohr beziehungsweise die zwölfte Tauchhülse als Messwertgeberschutz.

Nein. Im durchgängigen Beispiel bezeichnet CT002 eine direkte Temperaturmessung. „Aggregat“ allein wäre für Ebene 2 zu eng.

Nein. G kennzeichnet die Gesamtanlage. F0 ist eine optionale numerische Datenstelle innerhalb der Systemkennzeichnung.

KKS unterscheidet prozessbezogene Kennzeichnung, Einbauort-Kennzeichnung und Aufstellungsort-Kennzeichnung.

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